Kryptoökonomie #1/1

With Erik Bordelau

Eine Hochpriesterschaft der Finanzelite hält die Schlüssel zum Betriebssystem einer Volkswirtschaft, die Anzeichen einer Funktionsstörung aufweist. In diesem Zusammenhang gewinnen Commons-orientierte Netzwerkkollektive, -werte und -praktiken an Bedeutung. Bewegungen wie Free-/Open-Source-Software oder P2P basierte, kollaborative Wirtschaftsformen signalisieren eine kulturelle Verschiebung in Richtung einer nachhaltigeren, egalitären Zukunft. Können Kryptoökonomie und Blockchain-Technologien den Übergang von Überwachungskapitalismus und Datenextraktivismus zu einer gemeinsamen sozialen Architektur erleichtern? Dieser Kurs konzentriert sich auf kritische und kreative Auseinandersetzungen mit dem Aufbau und dem Ausbau von alternativen Visionen und Infrastrukturen. Auf der Speisekarte: Datensouveränität, Plattformkooperativismus, Universal Basic Income (oder besser Grundeinkommen!); kosmofinanzielle Praktiken und Werte zur prozessualen und ökologischen Integration der Externalitäten, die der aktuellen Kapitalbildung vorstehen; kritische Hinterfragung wichtiger kryptoökonomischer Konzepte und ihre Beziehung zum Erbe des Neoliberalismus; usw. “Sie bauen etwas, etwas hinein, etwas ganz unten. Gegenseitige Schulden, unbezahlbare Schulden, ungebundene Schulden, nicht konsolidierte Schulden… “ (The Undercommons)

Erik Bordeleau is researcher at the SenseLab (Concordia University, Montreal), fugitive planner at the Economic Space Agency (ECSA) and affiliated researcher at the Center for Arts, Business & Culture of the Stockholm School of Economics. With Saloranta & De Vylder, he is developing The Sphere, a p2p community platform for self-organization in the performing arts. He is based in Berlin and enjoys, from time to time, the discreet charm of the precariat.